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Nabokov Lolita

md6919636929Vladimir Nabokov "Lolita"
Cover der Erstausgabe von 1955

 

"Lolita" beginnt mit einem Vorwort des (fiktiven) Herausgebers John Ray jr., Ph. D. Er berichtet, dass es sich bei dem Buch um die Lebensbeichte eines Häftlings handelt, dem er aus Diskretionsgründen den fiktiven Namen Humbert Humbert gegeben habe. Dieser sei kurz vor seinem Gerichtsprozess verstorben, und er habe das Manuskript von einem Freund zugespielt bekommen.


Wegen des besonders für die prüden 50er Jahre heiklen Sujets fand Nabokov zunächst keinen amerikanischen Verleger für den Roman. Die erste Ausgabe von Lolita erschien 1955 deshalb bei dem englischsprachigen, in Paris angesiedelten Verlag Olympia Press, der sich auf erotische Literatur spezialisiert hatte. Eine sehr positive Besprechung des Romans durch Graham Greene führte dazu, dass 1958 auch eine amerikanische Ausgabe erschien. Das Buch wurde dann schnell zum Erfolg.

 

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Willkommen bei Olympia Press

Die berühmte Olympia Press wurde 1953 in Paris von Maurice Girodias gegründet. Er war Sohn des Schriftstellers und Verlegers Jack Kahane. Dieser hatte in den 30er Jahren in seiner amerikanischen Obelisk Press Werke von Henry Miller, Anais Nin oder Lawrence Durell, aber auch von sich selbst, verlegt.

Die Neugründung der Olympia Press in Europa gaben Vater und Sohn ungeahnte Publikationsmöglichkeiten. Sie hatten als Kundschaft vor allem englische und amerikanische Touristen, sowie in Europa stationierte GI´s im Auge. Die dünnen grünen Taschenbücher Ihrer „Traveller´s Compagnion“ Serie konnten leicht in der Manteltasche versteckt werden.

Girodias veröffentlichte als erster Samuel Becketts Werke, William S. Burroughs Naked Lunch, Junkie und Softmachine. Es folgten Vladimir Nabokovs Lolita, Jean Genet wurde ins Englische übersetzt und auch Henry Miller mit seinem Sexus fand eine neue verlegerische Heimat.

1968 gründete Jörg Schröder, seines Zeichen Verleger des berühmten März Verlags, die deutsche Olympia Press. Nach seinem Riesenerfolg mit der Geschichte der O, die unter seiner Ägide beim Melzer Verlag erschien, sah er mit der Veröffentlichung pornographischer Literatur eine Chance, das politisch und literarisch ambitionierte Programm des März Verlages zu finanzieren.

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